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Kindercapoeira - neue Trainingszeit!

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Die Capoeira

Capoeira ist eine brasilianische Kampfkunst, die in der Kolonialzeit (16. Jhd.) von afrikanischen Sklaven entwickelt wurde. 

Man unterscheidet bei der Capoeira heute in 2 Hauptstile - Regional und Angola. Der „ursprünglichere“ Stil Capoeira Angola ist gekennzeichnet durch ein tiefes, teils langsameres und täuschungsreiches Spiel. Ritual, List und Kreativität kennzeichnen hier die Roda. Die Capoeira Regional, welche Anfang der 30er Jahre entwickelt wurde, bezeichnet die systematisierte Form der Capoeira, gegründet von Mestre Bimba. Auffällig sind hier schnelle, akrobatische und teils aggressivere Bewegungen. Beide Capoeira Stile sind geprägt durch die Roda (den Kreis in der das Spiel stattfindet) und die musikalische Begleitung (Instrumente, Sänger und Chor).

Seit November 2007 existiert die Capoeiragruppe von Contra Mestre Aymoré unter dem Namen „Humaitá“ in Berlin. Capoeira Humaitá zählt rund 50 Mitglieder im Alter von 12 bis 50 Jahren.

Das Wort „Humaitá“ hat seinen Ursprung in der Sprache der lateinamerikanischen Indianer und bedeutet „schwarzer Stein“. Im Bereich der Capoeira aber hat es eine andere Bedeutung und ist eng mit der Geschichte der Capoeira verbunden: Im 19. Jahrhundert, während des Krieges zwischen Paraguay und den drei alliierten Ländern Brasilien, Chile und Uruguay, stand in der Stadt Humaitá die sicherste Festung Paraguays. Die Einheiten, die hier von den Alliierten gegen Paraguay eingesetzt wurden, bestanden zu großen Teilen aus Capoeiristas, die eine Gefängnisstrafe abbüßten, da die Capoeira bis 1937 verboten war. Der Militärdienst war ihre einzige Chance, dem Gefängnis zu entkommen. Sie kämpften also nicht für ein Land, sondern für ihre Freiheit, die sie für die geleisteten Dienste erhalten sollten. Später wurden auch diese Einheiten „Humaitá“ genannt. Der Name stand vor allem für die Integrität einer Gruppe von Capoeiristas in einem fremden Land.



Mestres der Capoeira

Mestre Pastinha

Mestre Pastinha

Als wichtigster Vertreter der Capoeira Angola gilt bis heute Mestre Pastinha. 
Pastinha (Vicente Ferreira Pastinha) wurde am 5. Apri 1889 in Salvador, Bahia geboren. Mit 8 Jahren begann er, Capoeira bei einem Afrikaner namens Benedito zu erlernen. Als Pastinha 21 Jahre war fing dieser selbst an zu unterrichten. Im Jahre 1942 gründete er das Centro Esportivo de Capoeira Angola (CECA) auf dem Pelourinho. Seine Schüler trugen schwarze Hosen und gelbe T-Shirts, die gleichen Farben die der „Ypiranga Futebol Clube“ benutzte, Pastinha´s Lieblingsclub. 1952 war seine Akademie endgültig offiziell als Centro de Capoeira Angola etabliert. Seine Arbeit wird als Gegenpol zur "versportlichten" Capoeira Regional gesehen, mit der Intention, die ursprünglichen Werte der Capoeira Angola zu fördern und zu bewahren. Am 13 November 1981 starb Mestre Pastinha verarmt und blind im Alter von 92 Jahren.

Mestre Bimba

Mestre Bimba

Vor der Entwicklung der Regional wurde Capoeira auf der Straße gelernt, durch einfaches zuschauen und im Austausch mit anderen Spielern. Mestre Bimba (Manuel dos Reis Machado) überlegte sich Prinzipien, um einen strukturierten Unterricht geben zu können. Seine Trainingssequenzen werden auch heute noch in einigen Gruppen 1:1 gelehrt. Von ihm stammt auch das Kordelsystem - eine Anlehnung an andere asiatische Kampfsportarten. Bimba selbst lernte mit 12 Jahren die Capoeira Angola bei einem Afrikaner namens Bentinho. Er gründete seine erste Capoeiraschule, das „Centro de Cultura Física Regional Baiana“, im Stadtviertel Engenho Velho de Brotas. Diese war die erste offizielle Capoeira-Akademie (1932). Bimbas Schüler waren nicht mehr nur die einfachen Arbeiter oder Leute von der Strasse, er sprach mit seiner Methodik vor allem Studenten der oberen Bildungsschicht an. Diese halfen ihm, durch die Vermittlung wichtiger Kontakte und Beziehungen, der Capoeira weitere Türen zu öffnen. Durch eine Vorführung beim Präsidenten Getulio Vargas (1953) gewann Capoeira erstmalig die Auszeichnung „único esporte genuiamente brasileiro“ (einzig echter brasilianischer Sport) zu sein. Mestre Bimba starb am 15. Februar 1974 in Goiânia.

Mestre Waldemar

Mestre Waldemar

Waldemar Rodrigues da Paixão, geboren am 22. Februar 1916 auf Ilha de Maré (Bahia) begann im Alter von 20 Jahren mit dem Capoeiraunterricht. Bereits 4 Jahre später fing er an zu unterrichten. Er ging als einer der besten Sänger und Berimbauspieler in die Geschichte der Capoeira ein. 
Von Waldemar stammt die Weiterentwicklung der Berimbaus dahingehend, dass er als erster die Saiten (Arames) nicht mehr aus bereits verbrannten Autoreifen nahm, sondern diese vorher „kalt“ aus ihnen herausschnitt. Einen wichtigen Teil seiner Einkünfte gewann er ausserdem durch den Verkauf handbemalter Berimbaus.
Sein Unterricht und seine Rodas fanden an einem Ort statt, der bald bekannt war als „Barracão de Mestre Waldemar“ (Der Schuppen von Mestre Waldemar). Dieser ähnelte denen der Candomblés und den Capoeira-Räumen, die von Bimba und Pastinha in Salvador errichtet waren. Mestre Waldemar verstarb 1990 in Salvador, Bahia.